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Montag, 03 Oktober 2016 09:29

AIDA, DSR und DDR: Die Auswirkungen der Wiedervereinigung in der Seefahrt



Mit der Wiedervereinigung hat sich auch in der deutschen Schifffahrt einiges geändert. Die Staatsreederei der DDR, vormals zuständig für die Bereederung von mehr als 200 Schiffen, wurde verkleinert und verkauft. Dabei hinterließ die DSR jedoch bleibende Spuren in der Seefahrtsbranche.


Auferstanden aus Ruinen

Nach dem Krieg blieb der neu geschaffenen DDR wenig übrig, womit eine gute Grundlage für eine effektive Seefahrtbranche gelegt werden konnte. Eine kaum brauchbare Restflotte, bestehend aus einem Leichter und dem alten 900 Tonnen Frachter Johann Ahrens. Der Rest war als Reparationen an die Sowjetunion gegangen. Zudem lediglich zwei Seehäfen - die bereits vor dem Krieg relativ wenig Bedeutung hatten:  Die Ostseehäfen Rostock und Wismar.

Dennoch wurde 1950 mit dem Bauauftrag für 18 Handelsschiffen der Grundstein für eine neue Handelsflotte gelegt. Die Frachter, zwischen 1000 und 8000 Tonnen Tragfähigkeit, sollten die Grundlage sein für die offiziell 1952 als VEB (Volkseigener Betrieb) gegründete Staatsreederei DSR (Deutsche Seereederei).

Hinzu kamen ab 1959 auch im Ausland gekaufte und in Auftrag gegebene Schiffe, was im Jahre 1977 in einer Flotte von 203 Schiffen unter der Bereederung der DSR gipfelte. Mit 28 Liniendiensten und Zielhäfen in über 100 Ländern, gehörte die Staatsreederei damit zu den europäischen Reedereien mit dem größten Liniennetz.

Außerdem wurden seit 1960 auch Kreuzfahrtschiffe, unter anderem nach Kuba betrieben, die besonders verdienten Genossen eine Auszeit in der karibischen Sonne ermöglichte. Ab 1985 wurde als drittes Urlaubsschiff die Arkona in Dienst gestellt, die zuvor unter dem Namen Astor über die ZDF-Fernsehserie Das Traumschiff bekannt geworden war.  Doch dann standen die Zeichen plötzlich auf Wende, die Wiedervereinigung der beiden getrennten Deutschlands bahnte sich an.


Ab- und Umbau der DSR

Als am 1. März 1990 wurde die „Verordnung zur Umwandlung von volkseigenen Kombinaten, Betrieben und Einrichtungen in Kapitalgesellschaften“ erlassen wurde, war auch das Schicksal der ehemaligen DDR-Staatsreederei besiegelt.

Zunächst wurden alle reedereiuntypischen Geschäftszweige ausgegliedert. Die Zahl von 13.177 Mitarbeitern am 1. Januar 1990 sank so bis zum Jahresende 1991auf 5328 Mitarbeiter. Die Zahl der Schiffe wurde, im Vergleich zum Höchststand von 1977, auf 100 Stück halbiert.

Am 3. Juni 1993 wurde die DSR schließlich komplett privatisiert. Der Bereich der Frachtreederei wird von der Reederei Laeisz übernommen - insgesamt 47 Schiffe und 3000 Mitarbeiter bleiben so vorerst erhalten. 1997 schließlich werden die meisten übrigen Liniendienste der alten Staatsreederei von der koreanische Reederei Hanjin Shipping übernommen. Das Unternehmen schließt den Standort Rostock. 


Was bleibt: AIDA und Hotels

Kurz nach der Fusion mit Laeisz, wird ein Neubau geplant: Zusätzlich zur übernommenen Arkona, soll die neue Aida (Heute: AIDAcara) das Kreuzfahrtsortiment erweitern. 1996 schließlich startet so das erste Kussmundschiff. 

Wegen finanzieller Probleme, trotz hoher Buchungszahlen, wurde die Aida schließlich in einem JointVenture mit der britischen Kreuzfahrtreederei P&O ausgegliedert: Die Geburtsstunde der heute erfolgreichen AIDA Cruises. Mit der Übernahme von P&O durch Carnival, sowie der Übernahme der DSR-Anteile im Jahr 2003, wurde dann auch das letzte Seefahrtskapitel der DSR beendet.

Heute ist die Deutsche Seereederei GmbH aktiv im Bereich Immobilien, Finanzen und Projektentwicklung. Doch ihre Spuren in der Seeschifffahrt sind immer noch sichtbar. Nicht nur in den Frachtschiffen, welche die Reederei Laeisz teilweise übernommen hat. Auch in AIDA, einer Kreuzfahrtmarke die es ohne die DSR wohl nicht geben würde.


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