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Mittwoch, 31 August 2016 08:28

Die Jagd auf die Jäger geht weiter: Sea Shepherd wieder in der Antarktis

Bilder von Sea Shepherd / YouTube



Zum 11. Mal ziehen die Walretter von Sea Shepherd im Dezember los, um gegen den ihrer Ansicht nach illegalen Walfang Japans im Antarktischen Walschutzgebiet vorzugehen. Trotz einer Einigung vor einem US-Gericht, nicht mehr gegen die Walfangflotte loszuziehen.


Mit High-Speed gegen Japan

Es sieht nicht nur schnittig aus, das neue Patroilleboot von Sea Shephard, es ist auch deutlich schneller als die übrigen Schiffe der Meeresschutzorganisation. Damit soll es ihnen möglich sein, die langsameren Walfänger aus Japan problemlos einzuholen und ihre Fangaktionen in der Antarktis zu behindern, beziehungsweise komplett zu verhindern.


ocean warrior


Dass es vor einem US-Gericht eine Einigung gab, derzufolge Sea Shepherd künftig von Aktionen auf See gegen die Walfänger Abstand nehmen würde, interessiert den australischen Ableger der Walschützer nicht. Nach australischem Recht, auf dem die Einsätze der Ocean Warrior gründen, hätte die Einigung keine Wirkungskraft.


Legal, illegal, egal?

Abgesehen davon, dass bei dem neuen Einsatz gegen eine zuvor getroffene Vereinbarung verstoßen wird: Ist Japans Walfang, ganz speziell der im antarktischen Meeresgebiet, illegal?

Zwei Tatsachen sprechen dafür: Erstens besteht ein von der Internationalen Walfangkommission (IWK) eingerichtetes Walschutzgebiet in dem Meer der Antarktis, wo Walfang prinzipiell untersagt ist. Zweitens hat auch Australien hier ein Schutzgebiet ausgerufen, welches die Jagd auf die Meeressäuger verbietet.

Genauer betrachtet greifen jedoch beide Vereinbarungen nicht. Das Walschutzgebiet der IWK gilt zwar auch für Japan, jedoch sind Ausnahmen zu wissenschaftlichen Zwecken gestattet - und diese nutzt Japan als Vorwand. Dass die Jagd tatsächlich anderen Zwecken dient ist relativ klar, eine rechtliche Handhabe gegen dieses Vorgehen gibt es jedoch nicht.

Das Schutzgebiet australiens ist hingegen grundlegend wirkungslos für die Walfangaktivitäten japans, da Australien zur Durchsetzung seines Rechts auf dem betroffenem Gebiet, seine Gebietsansprüche in der Antarktis geltend machen müsste. Was nach dem international gültigen Antarktisvertrag derzeit nicht möglich ist.

Im Endeffekt ist japans Vorgehen also rechtlich ok, wenn auch moralisch hinterfragbar. Welche juristischen Konsequenzen der diesjährige Einsatz von Sea Shephard haben wird, werden wir wohl im kommenden Jahr erfahren. Die Wale der Antarktis jedenfalls können erst einmal etwas aufatmen.


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