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Montag, 01 August 2016 05:50

Deutsche Seeleute in Not: Missbrauch von Fördergeldern?

Bild: flickr / CC



Dass die meisten "deutschen" Schiffe unter billigeren Fremdflaggen fahren ist bekannt. Hierfür zahlen die Reeder einen Ablösebetrag, der zur Förderung deutscher Seefahrtsberufe genutzt werden soll. Eigentlich. Praktisch werden die Gelder auch genutzt, um deutsche Seeleute weiter vom Arbeitsmarkt zu drängen.


Kritik durch den VDKS

Doch worum geht es genau? Der Verband Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere kritisiert die Praxis der Vergabe von Fördermitteln für Kurse in Deutschem Seerecht für nicht in Deutschland ausgebildete Seeleute. Denn damit werden de facto die Arbeitskräfte gefördert, welche die deutschen Seeleute zunehmend ersetzen.

Auftrag der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland ist die finanzielle Unterstützung der nautischen und technischen Ausbildung, die Qualifizierung und Fortbildung von Besatzungsmitgliedern, die auf in deutschen Seeschiffsregistern eingetragenen Schiffen beschäftigt sind. Auf der Webseite der Stiftung heisst es genauer:

"Die Ausbildung, Qualifizierung und Fortbildung von nautischem und technischem Seepersonal am Standort Deutschland soll forciert werden. Ziel des Förderkonzeptes ist es, ein möglichst großes Maß an Schifffahrts-Know-how in Form von hochqualifizierten Seeleuten am maritimen Standort Deutschland langfristig zu sichern."

Wie passt es da ins Konzept, dass die Fortbildung ausländischer Fachkräfte aus dem Topf bezahlt wird? Fachkräfte also, die wegen ihres niedrigeren Lohnniveaus die deutsche Konkurrenz vom Arbeitsmarkt drängen.


Zynisch und kurzsichtig

Wegen einer Mehrheit des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) im Entscheidungsgremium der Stiftung, konnten Gewerkschaft und VDKS nicht gegen diese Praxis vorgehen - und der VDR lehnte einen entsprechenden Änderungsvorschlag auch rundheraus ab.

Obwohl dies offensichtlich dem Sinn und Zweck der Stiftung widerspricht. Obwohl deutsche Reeder bereits immense Steuerbegünstigungen auf ihrer Seite haben, und durch eine neuerliche Änderung der Besatzungsvorschriften noch mehr sparen können. 

Weltweit haben deutsche Reeder im übrigen ohnehin bereits den Ruf, zu stark und an den falschen Stellen zu sparen. Und kurzfristig scheint es nur bei den wenigsten deutschen Schifffahrtsunternehmen den Willen zum Umdenken zu geben.

Ob mit dieser Einstellung tatsächlich ein möglichst großes Maß an Schifffahrts-Know-how in Form von hochqualifizierten Seeleuten am maritimen Standort Deutschland erhalten wird, ist sehr fraglich.


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